Weihnachten in Österreich

Genuss und Tradition

Bei uns in Österreich wird rund um Weihnachten Tradition und Brauchtum, der Genuss sowieso, groß geschrieben.

Am allerschönsten finde ich persönlich ja die Adventzeit in der es schon viele schöne Bräuche gibt.

Den Anfang macht da natürlich der Adventkranz, traditionell mit vier Kerzen auf einem Kranz der mit Tannenzweigen umwickelt und mit Bändern bzw Schleifen geschmückt  wird. Ursprünglich befanden sich drei lila und eine rosa Kerze auf dem Kranz. Wobei die rosa Kerze den dritten Adventssonntag anzeigte. Heutzutage kann man sich da dekorationsmäßig in alle Richtungen verwirklichen und es muss nicht mehr unbedingt ein Kranz sein um die Wartezeit bis zum heiligen Abend zu verkürzen. Die vier Kerzen, jeden Sonntag darf eine angezündet werden, sind allerdings schon noch fixer Bestandteil 😉

Dann ist da ja der allseits bekannte Adventkalender mit seinen 24 Türchen, ebenfalls dazu da um sich das Warten aufs Christkind zu erleichtern. Ja, wir warten auf das Christkind und nicht den Weihnachtsmann. Früher reichte täglich ein Bildchen hinter einem Türchen, mit der Zeit wurde es dann einmal ein Stückchen Schokolade und mittlerweile gibt es eigentlich fast gar nichts mehr, was man nicht in einen Adventkalender packen kann. Für jedes Alter und für jedes Bedürfnis ist etwas dabei.

Am 04. Dezember, am Barbaratag werden Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt. Wenn diese dann am heiligen Abend blühen, hat man im kommenden Jahr viel Glück. Unverheirateten steht eine Hochzeit ins Haus, sagt man.

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Am 06. Dezember kommt der Nikolaus und legt den braven Kindern, Mandarinen, Nüsse und etwas Süßes in die geputzten Schuhe die am Vortag vor die Tür gestellt werden. Sein Begleiter ist der Krampus, ( Krampustag ist eigentlich der 05.12.) der für die nicht so braven Kinder zuständig ist und eine große „Kraxn“ einen riesigen Korb, am Rücken trägt, in den dann die schlimmen Kinder kommen. Sehr gefürchtet, der Kerl…

Allerdings ist der Krampus nicht zu verwechseln mit den Perchten. Die Perchten, deren Läufe hierzulande seit einigen Jahren ihren Brauch haben, sollen eigentlich die bösen Geister des Winters vertreiben. Im Salzburgerland geht der Brauch lange Zeit, bis ins Mittelalter zurück.

Während der Adventzeit werden natürlich Kekse gebacken die bis zum heiligen Abend gut versteckt werden. Ich für meinen Teil mag die Kekse am liebsten in der Vorweihnachtszeit. Sie schmecken da einfach am besten, find ich 😉

Absolutes Highlight in unserer Familie sind die

 Spagatkrapfen,

die meine Mutter einfach am Besten kann 🙂

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Zutaten:

46 dag Mehl, 1 Prise Salz, 28 dag Margarine, 2 Dotter, 2 Eier, 2 Eierschalen Rahm, 2 Eierschalen Weißwein, Fett zum Ausbacken

Zubereitung:

Mürbteig bereiten, 1/2 Std rasten lassen, sehr dünn auswalken, Rechtecke (11×6 cm) radeln, in heißem Fett backen.

Zum Backen verwendet man eigene Spagatkrapfenformen.

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Früher wurde der Teig mit „Spagat“ (Bezeichnung für eine dünne Schnur) um die Runde Form gewickelt und dann in heißem Fett gebacken.

Nach dem Backen werden die Krapfen in einem Gemisch aus Staubzucker und Zimt gedreht. Entweder gleich so verzehrt oder mit Schlag und Preiselbeeren serviert.

Während der ganzen Adventzeit werden Weihnachtslieder auf und ab gespielt und es wird herzhaft mitgesungen. Dabei ist „Stille Nacht“ das wohl bekannteste und wurde bei uns früher, erst am heiligen Abend gesungen. Dieses Lied stammt aus Österreich und wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Genaueres zu diesem Lied gibt es  hier Stille Nacht, heilige Nacht

Mein persönliches Lieblingsweihnachtslied stammt von den Österreichern Klaus Trabitsch und Otto Lechner und heißt „Kling Glöckchen, kling“ Das Lied selbst dürfte ja vielen bekannt sein, diese Version ist allerdings spitzenmäßig, wie ich finde und stammt von der CD „Still“ Kling, Glöckchen kling

 Als ich noch ein Kind war haben wir am Abend die Kerzen vom Adventkranz angezündet und etwas gebastelt. Heute mit einer 4 1/2 jährigen Tochter, machen wir das wieder so. Und ich finde, dass das ein schöner Brauch ist. Weihnachtsgeschichten am Abend vorm einschlafen gibts sowieso, versteht sich ja von selbst 😉

Ein Besuch bei mindestens einem Weihnachtsmarkt ist absolut Pflicht. Mittlerweile gibt es ja ein reichhaltiges Angebot, dass man gar nicht alle besuchen kann. Es fehlt dort nicht an kulinarischen Genüssen: Glühwein, Punsch, Waffeln, gebrannte Mandeln, Ofenkartoffeln, Maroni, Schokospieße die Liste lässt sich ins unendliche erweitern.

Ein besonders schöner Weihnachtsmarkt ist der in Bad Gleichenberg in der Steiermark unter dem Motto „Weihnachten wie´s früher war. Es gibt unzählige Weihnachtsmärkte in ganz Österreich und es würde den Beitrag sprengen, hier alle aufzuzählen.

Nach all den schönen Programmpunkten kommen wir schließlich zum Höhepunkt: Dem heiligen Abend.

Der 24. Dezember ist bei uns eigentlich ein Fasttag und es gibt zu Mittag nur

eine Kartoffelrahmsuppe mit Frühstückssterz

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Zutaten Suppe:

2  dag Fett, 2 dag Mehl, Zwiebel, Salz, Pfeffer, Majoran, 30 dag Kartoffeln, 3/4 lt Wasser, 1/8 lt Sauerrahm (Saure Sahne), grüne Petersilie

Zubereitung:

Eine helle Einbrenn mit Zwiebel aufgießen, mit Salz, Pfeffer, Majoran würzen und kleingeschnittene Kartoffeln darin weichkochen. Kurz vor dem Anrichten Sauerrahm und Petersilie beifügen.

Zutaten Frühstückssterz:

30 dag Mehl, 1/2 Pkg Trockengerm (Hefe) 1 Tl Salz, Wasser

Zubereitung:

Alle Zutaten vermischen und kneten,  der Teig sollte schön klebrig und sehr weich sein,  weshalb ich keine genaue Mengenangabe beim Wasser gemacht habe, anschließend eine 3/4 Stunde rasten lassen und dann im Backrohr bei 170 Grad backen bis er eine schöne Bräunung bekommt.

Schmeckt ausgezeichnet zur Suppe 💫

Nach dem Mittagessen warten natürlich alle gespannt auf das Christkind und wer kleine Kinder hat bemerkt die besondere Stimmung und freudige Erwartung, die Spannung die in der Luft liegt und fast nicht auszuhalten ist. Um die Zeit bis zum Abend zu überbrücken besuchen wir die Kindermette in der Kirche. Danach geht es gespannt nach Hause wo darauf gewartet wird, dass endlich das Glöckchen klingelt. Denn das bedeutet, dass das Christkind endlich da war!

Also auf  ins Wohnzimmer, wo der prächtig geschmückte Christbaum steht unter dem die Geschenke warten ausgeteilt zu werden. Vor der Bescherung lesen wir das Weihnachtsevangelium und hören Weihnachtslieder. Eventuell gibt es auch eine musikalische Darbietung von jenen die ein Instrument spielen können….

Dann endlich Geschenke auspacken 🙂

Nach der Bescherung gibt es dann entweder Brötchen,  oder ein „Gansl“ oder einen „Karpfen“. Die beiden letzteren Gerichte werden auch gerne am Christtag oder Stefanitag serviert.

Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals einen Karpfen oder ein Gansl hatten, im letzten Jahr hatten wir allerdings eine gefüllte Pute. Die Zubereitung von diesem Prachtstück hat mein Mann übernommen. Dazu gab es Kroketten und Rotkraut, und ein Birnenkompott. Es war ausgezeichnet!

Wenn ihr möchtet, stelle ich das Rezept gerne zur Verfügung. Das wird dann allerdings ein eigener Beitrag…

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Der Christtag ist dann völlig der Familie gewidmet, es wird getratscht, gut gegessen und der Tag einfach gemütlich gestaltet. Ein Nachmittag oder Abend vorm Fernseher ist da auch mal drin. Meine Lieblingsweihnachtsfilme sind österreichisch und ich schaue sie jedes Jahr aufs Neue immer wieder gern.

Single Bells und  O Palmenbaum

Soooo herrlich!

Der Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel  gehört hier auch dazu 😉

Am Stefanitag wird’s dann schon wieder etwas lebhafter. Ein schöner Spaziergang, gutes Essen sowieso und ein Besuch bei Freunden, oder diese kommen zu Besuch.

Zwischen Weihnachten und Silvester gehts dann gemütlich weiter, die Kinder haben Ferien, die Erwachsenen arbeiten zwischendurch und zu Silvester wird der Jahreswechsel gefeiert.

Dann kommen die „Neujahrgänger“ oder „Neujahrsgeiger“ – die Mitglieder der örtlichen Musikkapelle – gehen von Haus zu Haus und wünschen alles Gute für das Neue Jahr.

In dieser Zeit kommen auch die „Sternsinger“ – Kinder oder Erwachsene, als heilige drei Könige angezogen – und bringen den Segen für das kommende Jahr.

Für uns ist am 6. Jänner die Weihnachtszeit vorbei und der Christbaum verlässt uns bald wieder. Eigentlich dauert Weihnachten aber bis zum 02.Februar, Mariä Lichtmess, dass 40 Tage nach Weihnachten gefeiert wird. Der Christbaum meiner Freundin Moni darf immer bis zu diesem Tag bleiben….

Tja, das ist mein Weihnachtsbeitrag für Österreich aus der südburgenländischen, oststeirischen Region mit dem ich an der Blogparade von der lieben Sina von Casa Selvanegra teilnehme. Es gibt aber in unseren Bundesländern noch zahlreiche andere wunderschöne Bräuche, die ich selbst aber nicht wirklich kenne. Vielleicht ist ja jemand unter euch, bei  Create in Austria der dazu etwas schreiben möchte…

Ich wünsche euch allen eine entspannte Adventzeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für das Jahr 2017!

Ganz liebe Grüße

Kicki

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Ein Kommentar zu “Weihnachten in Österreich”

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